Hat der Absinth einen Neuenburger Akzent?

Wissenschaftlicher Vortrag des Botanikers Blaise Mulhauser, der den geografischen Ursprung des Artemisia absinthium in Frage stellt: Kommt der grosse Wermut wirklich aus dem Jura? Diskussion über die Identität und das Terroir, die von zwei Jahrhunderten Destillationshandwerk im Val-de-Travers aufgebaut wurden.

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Maison de l'Absinthe, Môtiers, Val-de-Travers
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Artemisia absinthium in flower, the wormwood plant absinthe is distilled from

Wie eine neue Studie die Debatte über den Ursprung des Absinths neu entfacht hat

Die Frage nach dem Ursprung des Wermuts — Artemisia absinthium — hat im Jurabogen und besonders im Val-de-Travers, der historischen Wiege dieser Pflanze und ihres Elixiers, kürzlich eine heftige Kontroverse ausgelöst.

Nach einem Artikel von ArcInfo, der eine botanische Studie von Blaise Mulhauser, Direktor des Botanischen Gartens Neuchâtel, in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Weinbau und Oenologie Changins aufgriff, scheint der Wermut keine im Jurabogen heimische Pflanze zu sein, sondern dürfte von den Römern in die Schweiz gebracht worden sein, die seine Heilkräfte bereits nutzten. Die Studie stiftete Verwirrung und weckte zahlreiche Fragen bei Fachleuten, Liebhabern und Einwohnern der Region.

Um jeder Polemik vorzubeugen und eine fundierte wissenschaftliche Klärung zu bieten, veranstaltet das Maison de l’Absinthe in Partnerschaft mit dem Botanischen Garten Neuchâtel einen Vortrag mit dem Titel Hat der Absinth den Neuenburger Akzent? Forschung und Neues zur Untersuchung der Pflanze Artemisia absinthium.

Der Vortrag von Blaise Mulhauser findet am Donnerstag, 25. September 2025, um 11 Uhr im Maison de l’Absinthe, Grande Rue 10, Môtiers statt.

Rückblick auf die Studie und was für das Terroir auf dem Spiel steht

Der Vortrag geht ausführlich auf die wissenschaftlichen Ergebnisse der Studie ein und stellt zugleich die laufenden Forschungen vor, die die Besonderheit des in der Region angebauten Absinths besser verstehen wollen.

Auch wenn die Pflanze im Jurabogen nicht heimisch ist, verleiht das im Val-de-Travers über mehr als zwei Jahrhunderte entwickelte Know-how — insbesondere die auch während der Zeit der Klandestinität fortgeführte Destillation — diesem Absinth eine ganz eigene Identität.

Austausch und geselliger Apéro

Nach der Präsentation ist Zeit für den Austausch vorgesehen, namentlich zum Begriff des Terroir und zu den Besonderheiten des lokalen Handwerks, die den Reichtum und den Ruf des Absinths aus dem Val-de-Travers ausmachen.

Auf den Vortrag folgt ein geselliger Apéro — eine willkommene Gelegenheit, die Debatte weiterzuführen und die Akteure der Branche zu treffen.

Diese Begegnung richtet sich an alle Begeisterten, Berufsdestillateure, Liebhaber und Neugierigen, die die Ursprünge und das lebendige Erbe der Grünen Fee besser verstehen möchten.

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